Liebe Leserinnen, liebe Leser,
zum dritten Mal lassen wir den
Göttin
ger Neurologen und Hirnfor-
scher Prof.Gerald Hüther zu Wort
kommen. In seinem Buch "
Kom-
munale Intelligenz –Potenzialent-
faltung in Städten und Gemeinden"
(2013) schreibt er:
"Es geht nurgemeinsam
Aufdem Wegzueiner neuen
Beziehungskultur
Nicht nurdie Wirtschaft, auch Städ-
te und Gemeinden erleben gegen-
wärtig, dass man in einer Welt
begrenzter Ressourcen nicht unbe-
grenzt weiter wachsen kann.
AlbertEinstein hatte zwar schon
vorl
ängerer Zeit darauf hingewie-
sen, dass sich die Probleme,die
wir mit bestimmten Strategien und
Denkmusternerzeugt haben, nicht
mit denselben Denk- und Vorge-
hensweisen beheben lassen.
Dennoch lautet die vorherrschende
Devise zur Bekämpfung der inzwi-
schen auf allen Ebenen unserer
gesellschaftlichen Entwicklung
zutage tretenden Schwierigkeiten:
noch mehr vomAlten. Noch mehr
Vorschriften, noch mehr Kontrolle,
noch mehr Einsparungen bei
gleichzeitiger Forderung nach noch
mehr Wachstum. So werden sich
die Probleme unseres Bildungs-
und Gesundheitssystems,unserer
sozialen Absicherung, unseres
Finanzwesens und Politikbetriebs
nicht beheben lassen. In diesem
Malstrom ständig wachsender und
immer neuer ökonomischer und
sozialer Probleme und den daraus
resultierenden Einspa
rungs- und
Effizienzverbesserungs
entwürfen
laufen vorallem unsere Kommu-
nen –unsere Städte,Dörfer und
Gemeinden –zunehmend Gefahr,
ihre Eigenständigkeit zu verlieren
und das,was sie leisten sollten,
nicht mehr leisten zu können.
Vorallem die kleineren Kommunen
außerhalb der industriellen Zen-
tren geraten zwangsläufig unter
immer stärkeren finanziellen Druck,
und vorallem die jüngeren Bürger
wandernab, um Arbeit und Glück
woanders zu finden, während zu
Hause Schulen und Kindergärten
schließen, Vereine an Nachwuchs-
mangel zugrunde gehen und die
medizinische Versorgung immer
weiter ausgedünnt wird. Es bleiben
die Älteren, für die sich das Leben
immer schwieriger gestaltet. Eine
Lösung für all diese Probleme ist
nicht in Sicht. Das Umdenken fällt
uns offenbar schwerer,als Albert
Einstein das gehofft hat.
Dieses Umdenken aber beginnt im
Kopf.Und in der Tathat unser
Gehirnlängst eine Lösung gefun-
den, um trotz des durch die Schä-
deldecke begrenzten Wachstums
dennoch weiter wachsen und sich
zeitlebens weiterentwickeln zu
können: nicht durch Vermehrung
der Anzahl an Nervenzellen, son-
derndurch Intensivierung, Auswei-
tung und Verbesserung ihrer Ver-
knüpfungen, also durch fortwäh-
rende Optimierung der Beziehun-
gen zwischen den Nervenzellen.
AufKommunen übertragen heißt
das: Weiterentwicklung und damit
auch echtes Wachstum sind zu
jedem Zeitpunkt kommunaler Ent-
wicklung möglich. Aber nicht durch
mehr Einwohner,mehr Gewerbe-
treibende,mehr Kinder oder gar
mehr Geld, sonderndurch eine
günstigere Artdes Umgangs mit-
einander:durch intensivere,einan-
der unterstützende,einander ein-
ladende,ermutigende und inspi-
rierende Beziehungen aller in
einer Gemeinde oder einer Stadt
lebenden Bürger.
WasKommunen also brauchen, um
zukunftsfähig zu sein, wäre
eine
andere,eine für die Entfaltung
der
in ihren Bürgernangelegten Poten-
ziale und der in der Kommune vor-
handenen Möglichkeiten günstige-
re Beziehungskultur.
Eine Kultur,inder jeder Einzelne
spürt, dass er gebraucht wird, dass
alle miteinander verbunden sind,
voneinander lernen und miteinan-
der wachsen können. Eine solche
Beziehungskultur ist die Grundla-
ge für die Herausbildung indivi-
dualisierter Gemeinschaften."
Um solche "Potentialentfaltungs-
gemeinschaften" aufbauen und
entwickeln zu können sind u. a.
Bildungs- und Kultureinrichtungen
wie Volkshochschulen, Büchereien,
Musik- und Musikhochschulen, Büh-
nen und vorallem auch Jugend-
zentren erforderlich, die entspre-
chende Lern- und Freiräume zum
eigenen Entdeckenund Gestalten
zur Verfügung stellen. Denn Lernen
funktioniertnur über Erfahrungen
und einen selbstgesteuerten Lern-
prozess der Lernenden.
In Wahlkampfzeiten werden einer-
seits viele Versprechen gemacht,
andererseits wird auch vieles auf
den Prüfstand gestellt und es wer-
den leider auch diesmal wieder
Einsparungen gefordert, insbeson-
dere in Kultur-, Bildungs-, Sport-,
Jugend- und Freizeiteinrichtungen.
Wir sind bereits davonbetroffen!
Schauen Sie sich Ihre Kandidaten
genau an, diskutieren Sie mit ihnen,
gehen Sie auf Wahlveranstaltungen
und hinterfragen Sie die alten Stra-
tegien und Denkmuster.
Herzliche Grüße
Ihre Cornelia Rauh
Ihr Richard Arndt-Landbeck
Folgende Außenstellen gehö-
ren zur vhs Kitzingen:
Dettelbach (DE)
Iphofen (IP)
Marktbreit (MA)
Wiesentheid (WI)
Sie finden eine Übersicht des
Landkreis-Angebots auf den
Seiten 57 -63.
vhs Qualitätsmanagement
Wir haben es eingeführt:
Qualitätsmanagement
für Bayerische
Volkshochschulen
nach EFQM
Mit Förderung durch
Wermacht was?
Geschäftsstellen- und
Pädagogische Leitung:
Richard Arndt-Landbeck
und Cornelia Rauh
Verwaltung:
Monika Günther
Birgitt Hack
Evelyn Weckert
Haus- und
technische Dienste:
Corina Götz
(Luitpoldbau)
Jürgen Thiergärtner
(Luitpoldbau)
Cornelia Jones
(Alte Synagoge)
Günther Richard
(Alte Synagoge)
vhs Kitzingen
Birgitt Hack, Corina Götz, Jürgen Thiergärtner,Evelyn Weckert,
Cornelia Jones,Richard Arndt-Landbeck, Monika Günther,Cornelia Rauh
(v.l.n.r.)
Wir sind für Sie da !
3
EUROPÄISCHE UNION
Europäischer Fonds für
regionale Entwicklung
Foto: FOTO-KOCH
Kommentare zu diesen Handbüchern